Laptop Wärmeleitpaste wechseln
Das Ersetzen ausgetrockneter Wärmeleitpaste ist die wirkungsvollste Maßnahme gegen einen heißen, lauten Laptop. So geht es richtig.
Vorher prüfen: Verwendet dein Laptop ab Werk Flüssigmetall?
Einige Hochleistungs-Laptops (bestimmte ASUS ROG-, Lenovo Legion- und MSI-Modelle) werden ab Werk mit Flüssigmetall ausgeliefert. Wenn du auf dem Die eine silberne, spiegelartige Substanz statt grauer Paste findest, diese nicht durch Standardpaste ersetzen. Das würde die Temperaturen erhöhen, nicht senken. Vorher das genaue Modell recherchieren.
Anzeichen, dass ein Pastenwechsel nötig ist
Temperaturen höher als früher
Gaming-Laptops erreichen unter Volllast konstruktionsbedingt 85 bis 95°C. Das Warnsignal ist eine Verschlechterung: wenn der Laptop früher bei 80°C lief und jetzt 95°C+ bei gleicher Last erreicht, hat die Paste nachgelassen.
Lüfter bei leichten Aufgaben auf Volllast
Surfen oder Videos schauen sollte die Maximaldrehzahl nicht auslösen. Wenn doch, ist die Wärmeleitpaste meist die Ursache.
Plötzliches Thermal Throttling
Das System senkt die Taktfrequenz, um den Prozessor vor Überhitzung zu schützen. Dies reduziert die Leistung spürbar in Spielen und bei kreativer Arbeit.
4 oder mehr Jahre alt
Die meisten Wärmeleitpasten trocknen in Laptop-Umgebungen innerhalb von 3 bis 6 Jahren aus. Hohe Betriebstemperaturen beschleunigen den Prozess.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Temperaturen messen
Einen Stresstest ausführen (Cinebench, Prime95 oder FurMark) und CPU- sowie GPU-Temperaturen mit HWiNFO64 oder HWMonitor beobachten. Bleiben die Spitzenwerte unter 85°C, ist ein Pastenwechsel möglicherweise noch nicht nötig. Die Werte trotzdem als Ausgangswert notieren.
Teardown für das Modell suchen
Das genaue Laptopmodell auf iFixit oder YouTube recherchieren. Notieren, wie viele Schrauben unter Gummifüßen oder Aufklebern versteckt sind, ob Schrauben verschiedene Längen haben und in welcher Reihenfolge der Kühler abgebaut wird. Diesen Schritt zu überspringen ist die häufigste Ursache für abgebrochene Clips und abgedrehte Schrauben.
Bodenabdeckung öffnen
Alle Schrauben entfernen. Einen Kunststoff-Spudger an einer hinteren Ecke ansetzen, um die Abdeckung zu lösen. Die Abdeckung rundherum abhebeln. Keine Messer oder Metallwerkzeuge an der Naht verwenden. Manche Panels klicken heraus, andere schieben sich leicht, bevor sie sich abheben lassen.
Akku trennen
Den Akkustecker (meist ein flaches Ribbon-Kabel oder ein Stecker neben dem Akku) gerade herausziehen. Das vor jedem anderen Handgriff erledigen. Laptopplatinen führen Spannung, solange der Akku verbunden ist, auch ohne Netzteil.
Kühler abbauen
Die Montageschrauben des Kühlers finden: meist nummeriert (höchste Zahl zuerst lösen). In umgekehrter Reihenfolge abschrauben, damit der Druck gleichmäßig nachlässt. Kühler senkrecht anheben. Falls er leicht klebt, kurz drehen, nicht von einer Seite hebeln.
Alte Paste reinigen
Fusion Cleaner auf dem Die und der Kontaktfläche des Kühlers auftragen. 15 bis 20 Sekunden einwirken lassen, dann mit fusselfreiem Tuch in geraden Strichen abwischen. Wiederholen, bis die Oberfläche gleichmäßig matt ist und keinen Schimmer mehr zeigt. Laptop-CPU- und GPU-Dies sind freiliegende Siliziumchips: nicht fest drücken.
Wärmeleitpaste auftragen
Einen sehr kleinen Punkt auftragen: etwa 1,5 bis 2 mm Durchmesser für das CPU-Die. Laptop-Kühler drücken weniger fest als Desktop-Kühler. Zu viel Paste läuft aus, anstatt sich zu verteilen. Für das GPU-Die: gleicher Ansatz, oder eine dünne Linie über die Mitte bei rechteckigen Dies.
Wärmeleitpads ersetzen falls nötig
Pads auf VRAM, VRM und anderen durch den Kühler kontaktierten Chips prüfen. Gerissene, bröckelige oder pulvrige Pads austauschen. Originaldicke nachmessen oder im Service-Manual nachschlagen. Ein 0,5 mm zu dünnes Pad hat keinen Kontakt zum Kühler und kühlt nicht.
Zusammenbauen und prüfen
Kühler in nummerierter Reihenfolge festschrauben (bei 1 anfangen). Jeden Schrauben zunächst nur eine Viertelumdrehung anziehen und im Wechsel fortfahren, um gleichmäßigen Druck zu erzeugen. Akku wieder anschließen. Einschalten und denselben Stresstest ausführen. Ein erfolgreicher Pastenwechsel senkt die Höchsttemperaturen bei den meisten Laptops um 10 bis 25°C.
Welche Produkte brauche ich?
Für die meisten Laptop-Repastes reicht Wärmeleitpaste. Falls der Kühler auch VRAM oder VRM-Chips berührt, kommen zusätzlich Wärmeleitpads dazu.
Empfehlung
Fusion Ultra Paste
8,5 W/mK. Ausgezeichnete Leistung für Laptop-Repastes. Nicht elektrisch leitend, stabil für 5+ Jahre bei Laptop-Betriebstemperaturen.
Maximale Leistung
Fusion Supreme Paste
12,8 W/mK. Beste Wärmeleitfähigkeit für schlanke Laptops, bei denen jedes Grad zählt.
Falls Pads nötig
Wärmeleitpads
0,5 bis 2,5 mm Dicke. Die korrekte Stärke im Service-Manual des Modells nachschlagen.
Unbedingt nötig
Fusion Cleaner Kit
99% IPA-Formulierung mit fusselfreien Tüchern. Entfernt alte Paste rückstandslos.